Moderate Erholung am Wohnungsmarkt — Heilbronn zeigt kaum Dynamik
Moderate Erholung nach dreijährigem Preisrückgang
Der deutsche Wohnungsmarkt hat 2025 erstmals seit drei Jahren wieder eine leichte Erholung gezeigt. Laut dem Postbank Wohnatlas 2026 stiegen die Preise für Bestandseigentumswohnungen im Mittel real um 0,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr, nach Abzug der Inflationsrate von 2,2 Prozent. Die Entwicklung verläuft jedoch regional sehr unterschiedlich.
Regionale Unterschiede bleiben groß
Besonders mittelgroße Städte verzeichneten den kräftigsten Anstieg: Im Schnitt legten Preise in Städten bis 100 000 Einwohner real um 1,2 Prozent zu. Großstädte mit mehr als 100 000 Einwohnern meldeten ein Plus von 0,8 Prozent, die Landkreise 0,5 Prozent. Die sogenannten Big Seven wuchsen nur moderat um 0,2 Prozent.
Manuel Beermann, Leiter Produktmanagement Immobilien bei der Postbank, fasst die Lage so zusammen: «Wir sehen eine Trendwende. Die Nachfrage zieht langsam wieder an, viele Kaufinteressenten haben sich an das neue Zinsumfeld angepasst, gleichzeitig bleibt das Angebot wegen geringer Bautätigkeit knapp.»
Wie der Großraum Heilbronn dasteht
Im Raum Heilbronn zeigt sich die Trendwende kaum ausgeprägt. In der Stadt Heilbronn stiegen die Preise nominal um 2,18 Prozent, real ergibt sich jedoch praktisch Stagnation mit minus 0,02 Prozent. Im Landkreis Heilbronn fielen die Preise um gut ein Prozent; Kaufinteressenten zahlen dort inzwischen durchschnittlich rund 3400 Euro pro Quadratmeter. Im Hohenlohekreis verzeichneten die Studienautoren einen sehr leichten realen Anstieg von 0,15 Prozent. Auffällig ist der Landkreis Schwäbisch Hall mit einem kräftigen realen Zuwachs von 3,81 Prozent.
Demgegenüber sanken die Preise in einigen angrenzenden Kreisen: Main-Tauber-Kreis minus 1,5 Prozent, Ludwigsburg minus 2,01 Prozent, Rems-Murr-Kreis minus 1,48 Prozent. Insgesamt ist von einer breit angelegten Trendwende im Heilbronner Raum derzeit nicht die Rede.
Blick auf andere Regionen
Auf Ebene der Mittelstädte hob sich Pirmasens hervor mit einem realen Anstieg von 11,4 Prozent, wobei das absolute Preisniveau mit etwa 1482 Euro pro Quadratmeter weiterhin niedrig ist. Potsdam verzeichnete unter den Großstädten den größten realen Zuwachs mit 14,3 Prozent und einem Durchschnittspreis von 5897 Euro pro Quadratmeter.
Innerhalb der sieben größten Metropolen traten unterschiedliche Entwicklungen zutage. Berlin und Stuttgart verzeichneten reale Rückgänge, Stuttgart sogar minus 1,4 Prozent. Hamburg und München lagen mit rund plus 1,0 Prozent vorne, bleiben aber mit Preisen von rund 9070 beziehungsweise 6394 Euro pro Quadratmeter außerordentlich teuer. Die Region um Stuttgart zeigte mehrheitlich sinkende Preise im Umland, mit der Ausnahme des Landkreises Göppingen, der real um 1,8 Prozent zulegte.
Bundesländer mit starken Schwankungen
Auf Länderebene war Sachsen mit einem realen Anstieg von 5,2 Prozent Spitzenreiter, nachdem dort im Vorjahr noch starke Rückgänge zu beobachten waren. Dagegen sanken die Preise in Thüringen um 5,2 Prozent; auch in Sachsen-Anhalt, Berlin, Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein wurden Eigentumswohnungen real günstiger.
Fazit: Nach drei Jahren Rückgang stabilisiert sich der Markt schrittweise, doch die Erholung greift nicht flächendeckend. Käufer und Verkäufer sollten die regionale Entwicklung genau beobachten und Preisangaben immer im Kontext des lokalen Marktes betrachten.
Martin Peter, Heilbronn

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